Der Siegeszug von Billard Team Uckermark geht weiter

Die Lichterfelder verloren zwar das Spiel, aber gewannen sehr an Sympathie.
Die Eröffnung des 18. Spieltages der Barnim-Liga im Kegelbillard entpuppte sich als ein ganz spezielles Ereignis. Der SV Lichterfelde aus dem Umland von Eberswalde, ein Team im Vorderfeld der Tabelle, war zu Gast beim unangefochtenen Spitzenreiter Billard Team Uckermark. Was leicht abenteuerlich begann im stockdusteren Gerswalde (UM?), als die Gäste die Spielstätte nicht fanden, erwies sich zum Schluss als harmonische Veranstaltung auf hohem Niveau.
Noch ein Wort zu den Gästen: Sie zogen gewissermaßen munter unter dem Motto "Jugend voran!" an die Tische. Man muss dazu wissen, dass im UM-Billard Jugend so um die 30 beginnt! Auf jeden Fall stellen sie das jüngste Team der Liga und brachten auch gleich das Erfolgsgeheimnis mit, wie man junge Leute zum Billard hingezogen bekommt. Man geht zum Fußballverein und wirbt für den (nicht minder) spannenden Billardsport. Und so hat man "auf einmal" einen Trupp von 30jährigen an den Tischen. Die Fußballer muss man aber auch erst einmal haben (UM?)….
Der Lichterfelder "Jugendklub" spielt (für Billard-Verhältnisse) noch gar nicht so lange zusammen, also konnte man auf den Auftritt gespannt sein. Als erste des Abends starteten Ralf Meden (BTU) und Michael von Zobeltitz. Beide Spieler unterschieden sich sehr – nicht nur durchs Alter und von der Statur her! Während von Zobeltitz - möglicherweise nach dem Prinzip "Adel verpflichtet!" (?) - ganz stark begann und zur Halbzeit mit 20 Pkt. vorn lag, verlor der Templiner Meden im zweiten Durchgang jeglichen Respekt (vorm Adel), drehte den Spieß um und gewann noch mit 213 zu 206.
Im zweiten Paar ließ es der Gerswalders "Erfolgsgarant" Matthias Schauseil mit 262 Pkt. einfach mal krachen. Danach lieferte Templins Wieland Heide mit insgesamt 282 Punkten(und 152 in der zweiten Halbzeit) ein Ergebnis wie seit 4 Jahren, 4 Monaten und 18 Tage nicht mehr. Spötter vor der Glasscheibe meinten: Da sieht man, was so ein Gran Canaria-Ausflug bringt! Aus dem war er erst am Tag zuvor nach Hause gekommen. Dabei hatte Heide einen ganz schweren Start, die ersten 10 Stoß (12 Pkt.) waren echt "grottig". Aber dann folgte das "reine Billard-Feuerwerk".
Im vierten Paar passierte nicht so viel, außer dass die Kontrahenten Wolfgang Klaffki und André Reglitzky stets Kopf an Kopf lagen und mit 257 bzw. 239 absolut respektable Resultate erzielten. Im fünften gab Lichterfeldes Bester in der Rangliste der Liga Paul Wrobel lange Zeit den Ton an, leistete sich aber zwischen Stoß 60 und 70 einige "Miese", kam folglich etwas außer Tritt, um sich anschließend wieder zu fangen. Mit noch 239 Zählern war er einziger Zweikampfsieger der Gäste - und konnte doch die klare Niederlage seiner jungen Truppe nicht verhindern. Sein Kontrahent, der Templiner Sven "Buddel" Borde, focht mit Wrobel einen spannenden Fight aus, schwächelte zwischen Stoß 20 und 30 und war danach über weite Strecken ganz stark. Seine 234 Pkt. unterstreichen das!
Die 1035 Punkte sind riesig und das drittbeste Ergebnis für BTU in der Saison – 70 über Schnitt. 897 Punkte bedeuten auch für Lichterfelde ein Spitzenresultat - 40 über dem Saisonschnitt. Fazit eines sehr emotionalen Billardabends: BTU festigte die Tabellenspitze, mehr geht nun wirklich nicht! Lichterfelde hat sich keineswegs blamiert, ganz im Gegenteil! Die Verabschiedung zum Schluss war fröhlich und so etwas von herzlich, wie man es selbst beim Billard nicht häufig erlebt. Das überaus gelungene "Experiment" Billard Team Uckermark hat eine weitere Seite seiner "Erfolgsgeschichte" geschrieben. Wetten, dass es nicht die letzte war?
Und nun noch eine kleine Episode zur Stimmung des Abends: Die Gerswalder hatten (für diesen Wettkampf?) neue Kegel besorgt. Sie trugen kleine Zipfelmützen, sahen echt keck aus und provozierten so manche Flachserei. Aber eines gab es deshalb an diesem Abend ganz und gar nicht: Zipfelmützen-Billard!