Boitzenburg II schafft eine kleine Sensation

Gerswalde II kann trotzdem noch inoffizieller Herbstmeister der zweiten Mannschaften werden - ein Sonderbericht.
Während an der Spitze der Tabelle am 12.Spieltag alles auf den Lychener SV als vorzeitigen Halbzeitmeister zugeschnitten war, fand auch in der zweiten Tabellenhälfte ein wirklich vorentscheidender Wettkampf von außergewöhnlicher Bedeutung statt. Der Gerswalder SV II empfing das sieglose Schlusslicht Boitzenburger SV II und hätte im Falle eines (zu erwartenden) Sieges nicht nur eine prächtige Ligabilanz, sondern auch den inoffiziellen Titel als Beste Zweite der Liga vorzeitig errungen. Was sollte da eigentlich schief gehen?
Nun ja, ihr bislang Stärkster – Mario Krause – fehlte, weil er die erste Mannschaft in Günterberg unterstützen sollte. Außerdem kamen die Boitzenburger nur zu viert, um gegen fünf Heimspieler zu bestehen.
Fühlten sich die Gerswalder zu sicher? Als es am Anfang für sie einigermaßen nach Plan lief und sie – zwar knapp – führten. Aber schon im zweiten Paar trumpfte Boitzenburgs Stefan Tesch ganz stark auf, spielte seinen persönlichen Allzeit-Rekord mit 238 Punkten und riss die Hausherren abrupt aus ihren Träumen. Zur Halbzeit führten – fast ein Wunder – die Gäste mit rund 50 Punkten, was nun wirklich nicht zu erwarten war. Hatten die Gerswalder nun etwa weiche Knie bekommen? Die ganze Routine eines Karl-Heinz Trettin (76) und eines Wolfgang Höfener (fast 84) nutzten nichts, denn gerade Höfener hatte ganz und gar nicht seinen besten Tag, und gab dem mit aller herrlichen Ruhe aufspielenden René Ostrowski weitere 20 Punkte ab.
Damit war der Wettkampf eigentlich gelaufen. Würde Gerswaldes Dirk Collin seinem Gegner Axel Tesch so viel abnehmen können? Fast 20 Punkte Vorsprung nach 50 Stoß für Collin waren doch zu wenig, um Tesch entscheidend unter Druck setzen können. Zwischendurch baute er diesen Vorsprung noch etwas aus, aber abschütteln konnte er seinen Kontrahenten nicht. Im Gegenteil: Der setzte zu einem Schlussspurt an und schaffte es noch, bis auf sieben Punkte an Collin (205) heranzukommen. Saisonrekord für Axel Tesch! Er ärgerte sich sicher nicht allzu sehr und lange, dass er mit seinen 198 Punkten die 200-Punkte-Marke nur äußerst knapp verfehlte, denn schließlich hatte sein Team gegen den klaren Favoriten einen deutlich Sieg errungen. Die 716 Punkte waren ebenfalls Saisonrekord und der erste Sieg in der Billardliga für Boitzenburg II.
Die Gerswalder grämten sich schon ein wenig, auch über die mageren 669 Punkte, aber hoffentlich auch nicht zu lange, denn ihre Chance, inoffizieller Herbstmeister der Zweiten der Liga zu werden, sind noch immer intakt. Greiffenberg II müsste am letzten Spieltag der Hinrunde (gegen GünterbergII) mindestens 865 Punkte hinlegen, um mit ihnen wenigstens gleichzuziehen (nichts ist unmöglich, zumindest beim Billard!). Milmersdorf II bräuchte (gegen Templin) schon fast 1000 Punkte, um dieses Ziel zu erreichen, was ja – keine Frage! - ins Reich der (Billard-)Fabeln und Märchen gehört.