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BTU-Team hat erste Bewährungsprobe bestanden

veröffentlich am 20.07.2020 um 08.09 Uhr von Rainer Fehlberg
Heute das Maß der Dinge: der Britzer Uwe Flöhr erzielte fast 300 Punkte.

Auch wenn der Freundschaftsvergleich gegen Grün-Weiß Oderberg knapp verloren ging.

Das jüngste Kind des uckermärkischen Billardsports feiert in diesen Tagen seinen 1.Geburtstag. Vor rund 12 Monaten fanden sich eine Reihe von Sportlern aus Boitzenburg und Gerswalde, aus Greiffenberg und Templin zusammen, um das Billard Team Uckermark (BTU) aus der Taufe zu heben.

Nach ein paar Freundschaftsspielen, um sich als Team zusammenzufinden, ging es zum "scharfen Start" der Meisterschaft in der Barnimliga. Und von da an erwies sich das Experiment, die neue Herausforderung gegen neue Spieler, an neuen Tischen und in unbekannten Spielstätten, als ein wirkliches Erfolgserlebnis. Alle eingesetzten Akteure hatten ihren Anteil daran, den größten hatte der Gerswalder Wolfgang Klaffki, der die organisatorischen Fäden in den Händen hielt und die Truppe auf Trab brachte. In der Meisterschaft eilten sie von Sieg zu Sieg, im Pokal gelang der Einzug ins Finale des Kreises mit der Chance, sich mit noch stärkeren Gegnern zu messen.

Doch dann kam Corona und machte den Pokalträumen und dem uckermärkischen Siegeszug ein jähes Ende. Natürlich war der Aufstieg in die Regionalliga beim Abbruch der Saison gesichert, aber die Wettkämpfe gegen die starken Sophienstädter - der einzige richtige Prüfstein - waren z. B. leider ins Wasser gefallen. Ich als "alter Sophienstädter" habe diesen Wettkämpfen regelrecht entgegen gefiebert! Das BTU-Team lässt  sich von den widrigen Umständen keinesfalls unterkriegen, ganz im Gegenteil: Rund um ihren 1.Jahrestag nutzen sie die Gelegenheit, sich schon auf die neue Saison vorzubereiten, wo in der Regionalliga Nordbrandenburg die Trauben deutlich höher hängen.  Dazu hatten sie sich am Wochenende zu einem Freundschaftsspiel den Regionalligisten Grün-Weiß Oderberg eingeladen, um diese dünnere Luft zu schnuppern.

Und es entwickelte sich ein sehr spannender Wettkampf. Noch niemals – so schätzten die Uckermärker selbst  ein – waren sie  bislang mit ihrer stärksten Truppe angetreten, was diesmal aber der Fall war: Neben den Gerswaldern Wolfgang Klaffki und Matthias Schauseil, den Templinern Wieland Heide und Bernd Lach waren noch der Boitzenburger Helmut Zöphel und der Greiffenberger Frank Westphal an den Tischen. Die Gäste traten auch mit Verstärkung an, zum Beispiel mit Uwe Flöhr, dem Britzer Bundesligaspieler. Aber nach vier Starterpaaren führten die Hausherren mit 946 zu 885 Punkten und konnte dabei sogar verkraften, dass Matthias Schauseil, der ansonsten für seine absoluten Zuverlässigkeit bekannt ist, mit 195 Zählern arg danebenlag. Sein Kommentar danach: "Es lief gar nichts. Ich kann mich nicht mehr erinnern, wann  ich zuletzt unter 200 Punkten war. Es ist jedenfalls ewig her."

Dann trat der Bundesligaspieler für Oderberg an den Tisch und machte heute den Unterschied aus: Die Uckermärker spielten stark, erzielten im Schnitt fast 240 Punkte, Frank Westphal sogar 253 im Zweikampf mit Flöhr, aber der konnte – immer die 300 Punkte fest im Blick -  mit einem starken Auftritt und sehr präzisem Spiel 297 Zähler dagegen setzen. So schmolz der BTU-Vorsprung wie Butter in der Sonne auf 17 Punkte vor dem letzten Paar.

Dort erwischte der Templiner Wieland Heide einen ziemlich miserablen Start mit 96 Punkten, während Oderbergs Käpt'n Thomas Wunsch mit 120 Zählern (jeweils nach  50 Stoß) den BTU-Vorsprung zur Halbzeit aufgeholt hatte. Heide steigerte und wehrte sich danach (mit 135 Pkt.) nach Leibeskräften, aber den verlorengegangenen Boden konnte er nicht mehr aufholen, weil sich der Käpt'n von der Oder keine Blöße gab, sondern sogar (mit 149 Pkt.) noch zulegen konnte.

So siegten nach diesem überaus hochklassigen Wettkampf die "Platzhirsche" der Regionalliga aus Oderberg gegen die Newcomer aus der Uckermark  mit 1451 zu 1438 Punkten. Für das BTU-Team bedeutet dieses Ergebnis, dass sie die erste Bewährungsprobe auf dem Wege in die Regionalliga gut bestanden haben und dass es für jeden einzelnen Spieler – trotz insgesamt ausgezeichneter Leistungen – doch noch "Luft nach oben" gibt, was ja nach so langer, Corona bedingter Billardpause eigentlich logisch ist!