Günterberg konnte den Plan nicht erfüllen
Aber die Stimmung in der "Billardkneipe" war wieder einzigartig.
Der Ansetzungsplan des 19. Spieltages rückte eine Begegnung in den Mittelpunkt: SV Rot-Weiß Günterberg I, der Siebente der Tabelle, empfing den Sechsten, die SG Milmersdorf I. Es ging um die Weichenstellung, geht's nach oben in der Tabelle oder ins Mittelfeld?
Austragungsort die Günterberger "Billardkneipe" von Christel Kurz. "Altehrwürdig" ist für diese Spielstätte das zutreffende Wort. Seit rund hundert Jahren wird hier Billard gespielt, unter der Herrschaft von Opa und Uropa. Zeitzeugen sind natürlich nicht mehr zu finden.Der Wettkampf begann dann mit einer Art "Schaulaufen" der Günterbergerin und Präsidentin des Billardverbandes der Uckermark, Peggy Schmidt, nach der 4+1-Regel. Sehr interessante Variante: Acht Männer bestaunten, bewunderten eine billardspielende Dame. Weitgehend herrschte andächtige Ruhe, wenn sie nicht selbst ihre Leistung kommentierte. Und sie machte ihre Sache beileibe nicht schlecht, spielte 184 Punkte und blieb fast 30 Pkt. über ihrem Schnitt. Sie machte sich also alle Ehre.
Das folgende erste Paar sah dann Günterbergs "Altmeister" Jürgen Reck (gegen Frank Tamm) mit 213 zu 174 deutlich im Vorteil. Im zweiten Paar – Lars Butzek gegen Jürgen Schulz – entwickelten beide keine übermäßige Zufriedenheit (138 zu 191). Aber der kleine Vorsprung für die Hausherren hielt mit 32 Punkten (Dann: Pause auf hohem Niveau, die Bockwurst usw. wird an den Tisch gebracht).
Zwei gute Spieler zum Schluss – Jörg Geste und Frank Gnadt mit 223 bzw. 216 Punkten – reichten den Milmersdorfern dann aus, um das "Ding zu ziehen". Sie brachten als Team eine solide Leistung, mehr nicht. Die Günterberger hatten außer Reck nicht so viel zu bieten. Selbst die tolle Atmosphäre der Billardkneipe konnte nur phasenweise helfen. Beispiel gefällig: Beim letzten Paar lief es für Günterbergs Kapitän Peter Kobus nicht so gut. Wieder eine schlechte Stellung. Einer rief in den Raum: "Musst'n Schluck trinken!" "Ja", antwortete Peter, ging zum Tresen, auf dem das Glas stand, und nahm einen Schluck. Und spielte unter dem Jubel der Kameraden eine "6". Kommentar der Beobachter: "Er hat sich die Stellung schön getrunken!"
An der Niederlage und dass den Hausherren die Felle wegschwammen, änderte das auch nichts. Die 804:748-Heimniederlage fiel recht deutlich aus. Den Gästen hingegen gelang es, die Anwartschaft auf den 5.Tabellenplatz zu untermauern.